C wie Claude

Claude ist einer dieser Dauerpatienten. Claude heißt natürlich nicht Claude, aber ich denke das Prinzip ist bekannt und bewährt. Ich traf Claude am 25.12.09 Ich war seit 3 Monaten getrennt von meinem Mann, wir wohnten und feierten noch zusammen und waren guter Dinge. Nun war also die erste merkwürdige Weihnachtsfamilienfeier beendet und ich saß am PC. Datingseite, ich sag es unumwunden und gern. Abends 22h30 ploppte auf: Bonsoir, ich biete guten Sex, suche Nähe…

Bisschen provokant und auch sehr hoch gepokert, aber ich hatte Zeit und weihnachtlich schlechte Laune. Also bin ich nach kurzem Chat zu ihm gefahren und wir haben uns beschnuppert, probiert und für gut befunden. Wie sollte es anders sein, es gab viele Punkte, die gegen uns sprachen. Ich, 41 frisch getrennt mit 2 Kindern und nicht an was festem interessiert. Er, 34 nach Deutschland gekommen der Liebe wegen ( ja ich gestehe das Cliche französicher Akzent macht auch mir weiche Knie), nun enttäuscht und einsam. Wr suchten verschiedene Dinge. Ich das Abenteuer, er die Mutter seiner ungezeugten Kinder ( isch schwöhre, das hat er gesagt) – Obwohl wir gleich feststellten, dass wir nicht miteinander kompatibel sind, blieb ich über Nacht, denn Claude schlief nicht gut allein. Er war schlicht einsam, träumte von der perfekten Partnerschaft, kleine Familie, Urlaub bei den Großeltern auf dem französichen Land, Lavendelfelder, Sie kennen das.

Er erzählte die halbe Nacht von der Vorstellung mit einer Frau an seiner Seite und dem Leben in Hamburg , das er dann führen wollte. Wir trennten uns freundlich zugetan und hörten erst Anfang Februar wieder voneinander. Silvester hat er Susi kennen und lieben gelernt. Er schwebte im siebten Himmel und ich freute mich mit ihm. Im Mai 2010 zog Claude bei Susi ein und im Juli bat er mich ihn zu besuchen. Sie war in England, ohne ihn, denn sie liebt alles britische und hasst ( so will es wohl der Anstand und die Dramaturgie) alles französische, ausser Claude eben. Mais, je regrette, merkte ich an, das kann doch auf Dauer nicht gut sein, wenn ihr so verschieden seid. Doch , doch das wäre alles wunderbar, der Mensch sei gemacht für Kompromisse….

2 Jahr später war sie mal wieder in England und er mal wieder besuchbar. 15kg schwerer und deutlich weniger enthusiastisch. Susi ist so schrecklich eifersüchtig und erlaubt ihm halt nicht mehr zum Sport zu gehen, denn im Center seien ja auch Frauen. Essen tun sie gern zusammen , aber Sex findet Susi anstrengend und ausserdem sei sie auch nicht viel zuhause, denn sie musiziert viel und macht Tanzkurse. Nein, nicht allein, mit ihrem Exfreund. Ich merkte an, dass ich den Eindruck habe, er sei nicht wirklich glücklich und fragte wieso er denn bei ihr bliebe. Cherie, ich möchte endlich eine Familie gründen und wenn Susi Mutter ist, dann hat sie sicher auch mehr Zeit und Lust auf Sex… Ja, an dieser Stelle darf gelacht werden :)))

Ich wollte Claude nie bei mir haben, rate ihm aber regelmäßig die Beziehung zu beenden. Er wird wirklich immer runder und immer unglücklicher, aber er sagt immer das gleiche: ach es ist zu spät, ich bin zu alt. Ich bleibe bei Susi und werde im nächsten Leben vielleicht alles anders machen.

42, Claude ist 42 und Susi Mitte 30 für aussenstehende wirkt es so als würden sie sich wirklich verachten.  Gespräche zwischen uns eröffne ich immer mit: habt ihr es endlich beendet? Und ich verabschiede mich mit: geh endlich, tu euch das nicht mehr an. Er wird nicht gehen, ich werd es nicht verstehen.

Warum tun wir uns das an? In diesem Fall gibt es nicht mal sozialen Druck. Keine Familie, keine finanziellen Verpflichtungen, kein offensichtlicher Grund. Und bitte jetzt nicht das alte Lied von Liebe singen, ich weiß ich erkenn die nicht sofort, aber Hass,  Verachtung und Resignation, die erkenn ich schon auch.

Ich schließe, leicht traurig und bitte einmal mehr: genießen wir das Leben! Egal wo, wie und mit wem!

 

 

 

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Autor: gabbianella14

Es hat viel zu lange gedauert, aber vor ein paar Jahren hab ich befunden, dass ich gut bin wie ich bin. Hab 2 fantastische Kinder groß bekommen und kann nun endlich wieder machen was mir gefällt. Bin immer mal wieder Single und finde immer wieder viele tolle Menschen mit denen ich mich gerne austausche. Oft wurde mir gesagt: `du solltest auch mal n Buch schreiben!´ Das scheint mir ein wenig aufwändig, aber n Blog macht sicher Spaß. Ich mag es generell nicht vorzuverurteilen oder zu verallgemeinern. Sätze die beginnen mit : alle Männer sind.... oder alle Frauen wollen.... alle Südländer denken...etc kann ich nur als Satire deuten. Man möge Milde walten lassen, ich schreibe was ich denke und nicht was richtig ist.

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