D wie Date

Inspiriert durch den Blogeinträge  über Tinder und Co bzw eben schlicht über Dates  http://web-02.server-berlin.com/date-vs-treffen/  vom von mir geschätzen Jan Thomsen und seinem Angebot ich könne ja einen anonymen Gastbeitrag drüber schreiben, dachte ich ne Weile drüber nach, warum ich mich scheue offen drüber zu schreiben. Dass ich mich mit Männer treffe ist ja nun wirklich kein Geheimnis.  Ich habe verschiedene Online Dating Portale genutzt, hab mich mit zufällig im Bus getroffenen für Abends verabredet, war mit Kollegen was trinken, na was man halt so tut, wenn man Single ist.

Natürlich ist es super, wenn man einmal heiratet und dann eben an der Partnerschaft arbeitet, wenn Probleme auftreten, um dann zusammen die goldene Hochzeit zu feiern. Natürlich hab ich das auch mal so geplant und auch versucht. Obschon ich in den letzten Jahren auf sehr vielen Silberhochzeiten war und in meinem großen Freundeskreis tatsächlich DIE EINZIGE bin, die geschieden ist, zitiere ich hier sehr gerne den großartgen Chansonier Rainer Bielfeldt: wer länger durchhält ist nicht immer der Gewinner. Und wenn man denn eben wieder allein ist, orientiert man sich eben neu und entdeckt hie und da Möglichkeiten.

Ich mag eben Männer, das kann ich nicht bestreiten. Warum also nicht angenehme Stunden mit Ihnen verbringen, statt zuhause Socken sortieren und hoffen, dass einer an der Tür klingelt? Es ist ja nicht so als würde man den Männern auf der Straße ansehen, ob sie Single, dann auch noch heterosexuell und evtl sogar interessiert sind. Da bietet es sich doch an im Internet zu stöbern und dort Kontakte zu knüpfen. Dort klärt man zumindest das gröbste ab und trifft sich dann eben. Ich bin keine Freundin vom ewigen hin und her mailen. Das ist tatsächlich ein unangenehmer Nebeneffekt der vermeintlichen  freien Auswahl: einige Menschen meinen sie müssten schon im Vorfeld wirklich ALLES klären. Da wird dann nicht nur direkt nach den sexuellen Vorlieben, den Tabus und dem Jahreseinkommen gefragt und wenn man nicht die richtige Absatzhöhe oder die falsche Rocklänge trägt, dann kann man auch gleich weiter klicken. Ich wurde diverse Male gebeten beim 1. Date doch bitte in Rock und Stiefel zu erscheinen. Das nächste große Ding scheinbar, Rock und Stiefel. Da musste ich dann leider immer ablehnen, ich bin ja keine Katalogware, mich muss man schon so wollen wie ich bin.

Natürlich gibt es merkwürdige Leute, die im Netz skurrile Dinge erleben wollen und ja, es gibt auch Fremdgänger, Gewalttäter, Sexualstraftäter , ich will das nicht schönreden. Aber das ist das Leben. Leider können diese Menschen sich in der Regel sehr gut verstellen und sind absolut in der Lage auch im Realen Leben Vertrauen ihrer späteren Opfer zu erschleichen. Ich mache mir da nie Sorgen um mich, die große Masse der Männer ist natürlich liebenswert, freundlich, gut erzogen und eben unterhaltsam. Wenn ich mich mit Unbekannten  treffe, schreibe ich immer die Adresse oder deren Telefonnr an meine Freundin, ich möchte ja, wenn ich tot überm Gartenzaun hänge wissen, dass man weiß wo und durch wen.

Als wirklichen Vorteil der Internetdates zu Dates mit Menschen aus dem Reallife empfinde ich, und da sehe ich Jan schon wissend mit den Augen Rollen, eben das aus den Augen aus dem Sinn Prinzip. Tatsächlich kann es doch auch sein, dass man jemanden im Job, im Lieblingsclub beim Tanzen, im Supermarkt oder bei der Silvesterparty bei Freunden kennenlernt. Man ist gegenseitig interessiert, man flirtet eine Weile miteinander, beschließt dann irgendwann den nächsten Schritt und man trifft sich zum Kaffee, zum Essen , zum Kino.

Ich bin der Meinung die Erwartungshaltung ist dann  höher, als bei einem Blinddate, denn es ist ja bereits Interesse gegenseitig geweckt . Nun stellt man aber fest, dass es zwar total nett ist zu schnacken, zu flirten , gemeinsam zu tanzen, es funkt aber nicht. Oder man hat komplett verschiedene Vorstellungen von dem was dann kommen sollte. Du triffst dich mit dem immer so lustigen Kollegen und stellst dann am zweiten gemeinsamen Abend fest, dass er der Meinung ist Sex vor der Ehe sei Sünde oder er eben gern ausgepeitscht werden möchte. Oder du hast Signale missgedeutet und der Kuss kommt für den Kollegen komplett überraschend, denn er wollte doch nur n paar Bier zischen mit der lustigen Kollegin. Das kann dann schon in der Firma später  leicht unangenehm werden. Oder beim nächsten Tanz im Lieblingsclub ( ja, ich bin ein gebranntes Kind).  Onlinedates kann man dann eben freundlich sagen: sorry, das wird wohl eher nix mit uns, ich danke dir für den schönen Abend und  wünsche dir das allerbeste. Die Wahrscheinlichkeit sich wieder zu treffen ist gering. Zumindest wenn man nicht in Kleinkleckersdorf lebt.

Was passiert bei Onlinedates? Man trifft einen fremden Menschen, unterhält sich, hat evtl sehr viel Spaß miteinander oder merkt schon nach kurzer Zeit, dass das gegenüber eben doch ganz anders ist, als man vielleicht dachte. Hab ich dann Zeit verschwendet? Wäre vielleicht die Alternative Socken zu sortieren besser gewesen? Ich finde nicht.

Das Leben ist nun mal bunt und nicht jeder kann zu jedem passen. Und auch meine  eigenen Erwartungen an das gegenüber sind ja unterschiedlich. Zum Teil liegt das an der Tagesstimmung oder am Hormonhaushalt. Aber ich finde es gerade spannend zu erleben wie unterschiedlich die Menschen sind. Ich hab mich schon mit den verschiedensten Männern getroffen. Männer, die ich im normalen Leben eben eher nicht träfe.

Hartz4 Bezieher, Türsteher, Arbeitsvermittler, Triebwagenführer 😉 , Künstler, Physiker( doch ehrlich , die haben auch Sex) , Kellner, Banker, Chirurgen….. Ewige Junggesellen, frisch geschiedene, deutlich noch verheiratete, sie sind alle da draußen , aber an den meisten würde man doch im Alltag vorbei laufen.  Und es ist nicht so als hätte man ( okay ich kann ja nur von mir reden) immer Sex und das war es dann. Ich kann wirklich sagen, in meinem Fall war keine Begegnung wie die andere. Ich hatte monatelange und jahrelange Beziehungen, ich hatte one night stands, ich hatte furchtbar langweilige Abende oder Nachmittage mit Männern, die mich sicher auch furchtbar langweilig fanden, ich hab wirklich gute Freunde gefunden, die ich nicht missen möchte.

Es stecken eben Menschen hinter den Accounts, nicht mehr und nicht weniger. Jeder bringt seine Vergangenheit mit und hat seine eigene Geschichte. Schön ist es, wenn es eine gemeinsame wird. Kann aber ja nicht bei jeder Begegnung klappen.

Alles in allem sollten wir doch alle viel mehr miteinander kommunizieren egal wo, wie und mit wem!

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Autor: gabbianella14

Es hat viel zu lange gedauert, aber vor ein paar Jahren hab ich befunden, dass ich gut bin wie ich bin. Hab 2 fantastische Kinder groß bekommen und kann nun endlich wieder machen was mir gefällt. Bin immer mal wieder Single und finde immer wieder viele tolle Menschen mit denen ich mich gerne austausche. Oft wurde mir gesagt: `du solltest auch mal n Buch schreiben!´ Das scheint mir ein wenig aufwändig, aber n Blog macht sicher Spaß. Ich mag es generell nicht vorzuverurteilen oder zu verallgemeinern. Sätze die beginnen mit : alle Männer sind.... oder alle Frauen wollen.... alle Südländer denken...etc kann ich nur als Satire deuten. Man möge Milde walten lassen, ich schreibe was ich denke und nicht was richtig ist.

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