E wie Exdates

Und ich meine nicht Exmänner, nein ich meine Exdates. In D wie Dates hab ich so dahin gerotzt, dass der Vorteil von onlinedates sei, dass man wenn es eben nicht passt durch nette Worte dann eben die Sache wieder beenden kann und läuft nicht Gefahr demjenigen im Rl immer wieder zu begegnen. Und ich hab die Anonymität des Worldwideweb gelobt. Ja, das hab ich behauptet und auch gemeint. Aber ich bin Frau genug und mir nicht zu schade ein fettes ABER anzufügen. Im Grunde stimmt es natürlich und ich hab auch einige Männer getroffen und danach nie wieder von Ihnen gehört. Einige schon, aber genau die moderne Technik widerum ist doch schuld daran, dass es nur einige wenige sind.

Einerseits stimmt es schon, dass dank der Internetportale und der vielen Dating Apps natürlich der Eindruck entsteht es sei alles unverfänglich, unkompliziert und austauschbar. Andererseits hat man ja eine gewisse Zeit , wie auch immer, miteinander verbracht, man hat sich ausgetauscht und auch zumindest für eine kurze Zeit die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass man mehr miteinander teilen würde als die Rechnung. Es ist ja quasi unvermeidbar, dass Handynummern ausgetauscht werden. Und da beginnt doch das ABER von oben.

Ich hab auch schon gedatet, als es noch keine Handys oder gar sms und Messengerapps gab. Ich muss ja nicht schon wieder erwähnen wie unfassbar alt ich bin. Tatsächlich hab ich noch Briefe an Radiosender oder Anzeigenblätter geschickt und dann auf Anrufe auf dem Festnetz von den Männern gewartet. Wenn man sich damals getroffen und nicht für kompatibel befunden hat, dann wäre man ja nicht auf den Gedanken gekommen an Weihnachten, Ostern oder jedem Freitag mal eben anzurufen, um einen kurzen Gruß zu hinterlassen.

Wie ist es denn nun heute? In der Regel, das hab ich auch schon erwähnt, verbringt man nette Zeiten mit gut erzogenen, freundlichen Menschen. Taucht ein in ein Stück ihres Lebens. Es ist erstaunlich wie offen die Gespräche mit eigentlich fremden Menschen sind. Leider sind eben viele der Jungs dann doch gebunden, ich weiß das hab ich auch schon geschrieben und ich weiß auch, dass das auch für die Mädels gilt. Ja, auch Frauen suchen im Netz, obwohl sie doch angeblich vergeben sind nach dem was sie Zuhause nicht (mehr) finden. Mit Frauen treff ich mich aber nicht, also kann ich es ja nur von den Jungs sagen.   Dann stellt man fest, dass Fremdgehen auch keine Lösung ist oder, wenn er Single ist, dass wir beide lieber Single als miteinander bleiben. Da aber ja der oder die Abende so nett und inspirierend waren und man ja die Handynr hat, schreibt man immer mal ein paar nette Worte. Schickt die oben erwähnten Grüße zu den gegebenen Anlässen und versichert sich, dass man sich ja mal irgendwann, bei gutem Wetter, auf einen Plausch an der Elbe sehen könnte.

Einerseits dient das wohl dem Warmhalten eventueller Optionen ( denn viellecht passt es ja doch mal irgendwann) und anderseits ist es eben auch diese schöne Flucht aus dem Alltag. Und das finde ich tatsächlich traurig. Man würde ja nicht glauben wieviele liebe Worte und  Nachrichten Männer, die in Ehen und Beziehungen leben verfassen und schreiben können. Es ist im Grunde wie bei Adam aus A wie Adam, ich wundere mich manchmal, warum sie diese Energie nicht in ihre Beziehung stecken. Und nochmal: Das gilt auch für Frauen. Ich habe selber Freundinnen, die seit Jahren neben ihren Ehemännern auf der Couch sitzen und ihren Freunden Liebesnachrichten oder ihren Kollegen Flirtnachrichten schicken.

Das ist doch traurig, das sollten wir nicht tun. Ich hab durchaus schon öfter gefragt: wann hast du deiner Frau das letzte Mal geschrieben, dass du grad an sie denkst? Wann hast du ihr das letzte mal so ein (aus meiner Sicht unfassbar unnötiges) Kitschvideo mit Rosen und Klaviermusik geschickt? Die Vorstellung, dass Partner nebeneinander vor der Glotze sitzen und beide heimlich Küsse versenden ist weder ungewöhnlich noch erstrebenswert. Wenn ich in einer Beziehung bin möchte ich das ganz sicher nicht erleben. Ich empfinde diese emotionalen Seitensprünge als mindestens genaus so verletztend wie die fleischlichen. Ja, ich meine was ich sage MINDESTENS genau so. Ich könnte leben mit einer betrogenen Nacht, aber monatelanges Geflirte, Chatten und Liebesgesäusel, das würde ich nicht verzeihen.

Ohho, die Autorin hebt den moralischen Zeigefinger und ist doch selber auf der anderen Seite der Flirtline? Stimmt, aber die Autorin ist Single, die darf das!

Alles in allem finde ich nach wie vor sollten wir alle glücklich und öfter mal wild sein, egal wo , wie und mit wem.

 

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Autor: gabbianella14

Es hat viel zu lange gedauert, aber vor ein paar Jahren hab ich befunden, dass ich gut bin wie ich bin. Hab 2 fantastische Kinder groß bekommen und kann nun endlich wieder machen was mir gefällt. Bin immer mal wieder Single und finde immer wieder viele tolle Menschen mit denen ich mich gerne austausche. Oft wurde mir gesagt: `du solltest auch mal n Buch schreiben!´ Das scheint mir ein wenig aufwändig, aber n Blog macht sicher Spaß. Ich mag es generell nicht vorzuverurteilen oder zu verallgemeinern. Sätze die beginnen mit : alle Männer sind.... oder alle Frauen wollen.... alle Südländer denken...etc kann ich nur als Satire deuten. Man möge Milde walten lassen, ich schreibe was ich denke und nicht was richtig ist.

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