H wie Holger

Oh ne, jetzt komt wieder so ne Sexgeschichte aus der Datingzeit von der ollen Möwe. Ich sach  mal so, es war ja nun mal der Sinn des ganzen loszuwerden was mir so im Kopf rumschwirt und da macht es wenig Sinn genant zu sein und nicht zu schreiben was los war da draußen. Also kommen wir zu Holger.

Holger saß gestern Abend wieder an der Bar an der alles begann. Wir trafen uns beim tanzen. Also ich war tanzen. Holger eher gucken und suchen. Es wird wohl gut n Jahr her sein. Ich war Single und stand an besagter Bar in meinem Lieblingsclub. Wollte eigentlich gleich nach Hause, aber der Bus war noch nicht fällig. Holger kam auf mich zu und ich schaute ihn an Er sagte: Hey und ich wohl Ho. Möchtest du was trinken? Danke, ich hatte grad… es war ein sehr schlichter, kurzer Dialog und ich bekenne, es kam wie meist. Ich hatte Lust ihn zu küssen und küsste ihn. Herrje, ich küss halt gern und fnde lange zieren eher anstrengend.

Oberste Regel bis dahin und seitdem: kein Mann aus dem Club in dem du tanzen gehst, denn das ist ja der Club in dem du tanzen gehst  und auch weiterhin gehen willst. Irgendwas an diesem Abend war dann wohl schuld daran, dass ich diesem Kussreflex nicht widerstehen konnte. Holgers Blick irgendein Satz, den er sagte. Ich weiß es nicht mehr. Aber unatraktiv ist er nicht, Humor und Schlagfertigkeit gepaart mit Intelligenz- Zack, die Möwe ist dabei. Ich steh so unfassbar auf Humor und Intelligenz! Bei Twitter wäre das #twitterbeichte, aber lassen wir das.

Holger nun wieder steht unfassbar auf Frauen, die sich nehmen was sie wollen. Leider seeeehr arg. Das ist die Krux an der Holger – Möwen Story. Gegen jede Möwenregel ging ich mit zu ihm ohne ( und das wirklich das erste und einzige Mal in meinem Leben) irgendwem bescheid zu sagen und die Adresse mitzuteilen. Holger wohnt im wunderschönen Winterhude, Alsternah und sehr schick. Er sammelt Kunst, schreibt Fachliteratur für Mathematik, denn darin hat er promoviert und durh einen schweren Unfall mit einem sehr solventen Unfallverursacher muss er nicht mehr arbeiten, als es ihm Freude macht.

Hemden läßt er schneidern, Essen liefern, denn die Designerküche kocht ja nicht allein, er ist geschieden von einer sehr wohlhabenden und selbstständigen Frau mit der er einen Sohn hat. Alles n bisschen Highsocity und dennoch sympatisch. Wow! Hab ich da mal n guten Fang gemacht? Es könnte so nett sein. Er ist so witzig und charmant. Hach! Leider hat er eine für ihn bahnbrechende Entdeckung gemacht, kurz vor unserer Begegnung. Ihm wurde klar woran all seine Beziehungen gescheitert sind. Holger ist devot.Nicht ein bisschen, mal ab und an auf die Finger hauen devot, nein ihm dürstet nach der kompletten Unterwerfung.

Zack, da haben wir den Haken. Er träumt davon geschlagen zu werden, er möchte leiden, dienen, bestraft werden von seiner Herrin. Ob ich mir vorstellen könnte ihn an der Heizung anzubinden, nackt und dann shoppen zu  gehen, mit seinem Geld (der Teil wär ja ganz nett) und wenn er jammert, dass es zu lange gedauert hat, dann solle ich ihn bestrafen mit Schlägen. Machen wir es kurz: NEIN, kann ich nicht. Ich bedaure, das entspricht so gar nicht meiner Vorstellung von Patnerschaft. Und das ist es was wir un beide wünschen, kein Sexabenteuer, ne Beziehung.

Da saßen wir also, oder lagen Arm in Arm bei ihm und fanden uns gut, spannend, frisch und inspirierend, aber sahen keinen Weg zu einer gemeinsamen Zeit. Die Nacht war kurz und anständig, denn es macht ja keinen Sinn unanständige Dinge zu tun, die einem von beiden nicht gefallen. Holger machte Frühstück, fuhr mich zur Arbeit und wir entließen uns.

Wär so einfach, wenn es so einfach wär.

Sie htte uns ja beiden gefallen, die Nacht und auch angeregt zu Gedanken was hätte sein können, wenn es anders wäre. Wir fühlten uns gut an und mochten einander noch nicht aufgeben. Also holte er mich nach dem Dienst wieder zu sich und wir verbrachten den Abend und die nächste Nacht miteinander.  Er könne ja auch auf die sexuelle Neigung verzchten, sie wieder unterdrücken, es wäre ja in den letzten Jahrzehten auch anders gelaufen und er habe es nie ausgelebt, ja nicht einmal geahnt. Wir sollten es einfach ausprobieren, ganz unvoreingenommen. Das haben wir ernsthaft erwogen und beide für Nonsens gehalten. Nein, das kann man nicht. Der Gedanke, dass ich (wieder) mit einem Mann zusammen bin, der so völlg andere Bedürfnisse hat als ich selber, der zurückhält was er für sein großes Glück hält, damit er das mit mir lebt was wir anderen für normal halten, ist einfach absurd. Leider. Also verbrachten wir die 2. schöne, aber auch traurige Nacht miteinander und gingen wieder auseinander.

Holger hat sie immernoch nicht gefunden, seine Herrin. Er sagt er gibt nicht auf und hofft sie noch zu finden. Ich wünsch es ihm sehr, aber finde es auch so traurig, dass wir alle so viele Grenzen im Kopf haben und so viele wenn und abers. Was ist geworden aus den Teenies, der 80er, die einfach Lust auf den anderen und das Leben hatten? Warum muss es denn so kompliziert werden, wenn man älter wird? Was ist denn so schwer daran auch mit 50 ( NEIN ICH WAR JA NOCH 49, aber egal) einfach den anderen zu genießen und sich auf ihn einzulassen? Ich glaube immer noch an die Liebe und daran, dass es eben auch möglich ist trotz fortgeschrittenen Alters und obwohl man eben schon das eine oder andere Mal gescheitert ist, sich aufeinander einzulassen und miteinander zu wachsen. Nur wenn es eben so ganz weit auseinander geht, dann muss einer zu sehr zurückstecken und beide wissen es. Das führt dann wohl wirklich zwangsweise zu Unsicherheit und Ungleichgewicht in einer Beziehung.

Dennoch freuen wir uns immer, wenn wir uns treffen, drücken und herzen uns und lächeln wissend, dass es eben nicht hat sein soll, aber irgendwie eine schöne Erfahrung war. Und was mir sehr gefällt an unserer Begegnung ist und war die Offenheit. Es ist wunderbar Menschen zu  begegnen, die vertrauen und auch einfach über ihre Bedürfnisse sprechen. Scheiss auf Konventionen und Grenzen. Wenn du was brauchst und willst, dann sag es und nimm es dir!

Go for it Holger!

Wir alle sollten uns das Recht rausnehmen , wir sollten das Leben in vollen Zügen genießen. Egal wie, wo und mit wem!

 

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G wie Gerd

oder auch G wie Gleichstellung der Geschlechter, Gruselkindheit, Gesellschaftliches Tabu….G eben. Ich muss mal ernst werden und auch unbequem. Gleich vorweg: Gerds Geschichte (großartig G lastig) soll auf keinen Fall schmälern, was leider so vielen anderen passiert und es auch nicht werten, aber sie muss raus aus meinem Gehirn. Denn sie macht mir häufig genug schlechte Laune.

#metoo und die ganze Diskussion drum herum erinnern mich nicht nur an die eigenen Narben, sondern eben auch an Gerd. Gerd ist Kind der 60er Jahre. Seine Eltern führen eine lieblose Ehe, der Vater arbeitet sehr viel, die Mutter ist zuhause und erzieht. Von Ihrem Mann bekommt sie keinerlei Anerkennung und auch keine Liebe mehr. Zärtlichkeit, Berührung und Wärme holt sie sich bei Gerd. Sie kuschelt so gern mit dem Sohn. Er ist so schön warm morgens, wenn sie sich zum Wecken in sein Bett kuschelt. Jeden Morgen und eben auch immer öfter abends. Gerd hasst es, wenn seine Mutter weint und hat es einfach schon viel zu oft erlebt. Wenn sie aber mit ihm kuschelt, ihn drückt und streichelt, dann ist sie gut drauf und Gerd der gute Sohn.

Als Gerd in die Pubertät kommt, gewöhnt er sich daran seinen Penis zum Einschlafen zwischen den Beinen einzuklemmen, damit Mutter ihn morgens wegen der Erektion nicht aufzieht. Das findet sie ja sooo lustig. – Hahaha Gerd, freust du dich so deine Mutter zu sehen? Bis Gerd 15 ist geht das, dann zieht sie urplötzlich aus, Gerd bleibt beim Vater. Was immer da noch alles geschah, Gerd kann bis heute nicht drüber sprechen. Mir hat Gerds Mutter davon erzählt. Da war er fast 30 und sie fand es immer noch lustig, die blöde Kuh! Gerds Vater wirft ihm bis heute vor er sei ein Muttersöhnchen gewesen, hätte ständig mit `der alten´, wie er seine Exfrau nennt rumgealbert und getobt.

Gerd hat Beziehungen als Erwachsener, versucht so zu tun als wäre nichts an seiner Kindheit anders als bei anderen. Er heiratet, gründet eine Familie, ist ein guter Freund und Kollege, immer fröhlich, überall gern gesehen. Nur Sexualität, die ist eben ein großes Problem. Er erträgt es nicht, wenn seine Partnerin kuscheln will, ihn anfässt, sich an ihn drückt. Bei Nähe, wird er zu Stein, man könnte sagen steif, aber leider am ganzen Körper. Noch mit 50 wird der Penis zum schlafen sicher zwischen den Beinen eingeklemmt, damit nichts passiert. Onanieren, so sagt er würden nur Teenies und Perverse. Seine Frau weiß um die Geschichte und versucht ihn zu Therapien zu überreden, aber es ist eben schwer, sich einzugestehen, dass etwas nicht stimmt. Statt sich Hilfe zu holen wirft Gerd seiner Frau vor Sexualität überzubewerten. Man habe doch soviel Streß im Alltag und überhaupt, es gibt doch soviel wichtigeres. Etwa einmal im Jahr, wenn die Frau lang genug bettelt, dann wird der Akt vollzogen. Ganz schnell muss Gerd danach aber duschen, direkt im Anschluss. Schuld und Schande abwaschen…

Sexueller Missbrauch durch Frauen. Das ist ein Tabuthema in jeder Gesellschaft. Frauen sind weiche, warme Wesen. Wenn überhaupt werden sie zu Opfern, müssen geschützt und gerächt werden. JA stimmt, wie gesagt, ich möchte das nicht schmälern, was Frauen passiert oder Kindern und Männern durch Männer. Aber Frauen sind auch Täterinnen. Es gibt eben leider nix, was es nicht gibt.

Wütend und traurig über JEDES Opfer sexuellen Missbrauchs, schließe ich mit dem Gedanken, dass wir auf ALLE ruhig mal fragen sollten, wenn wir kuscheln und knutschen wollen egal wo, wie und mit wem.

F wie Freundschaft+

Was unterscheidet eine Freundschaft+ von einer Beziehung? Macht man sich da nicht doch auch was vor? Ist es denn nicht eigentlich so, dass man den anderen nur ausnutzt? Warum steht ihr nicht einfach dazu, dass ihr euch habt?  Ist das nicht wie mieten, aber nicht kaufen wollen? Wenn es nicht der Richtige ist, kannst du dann nicht einfach auf Sex verzichten?

Ich hatte sie alle, also die Fragen zur Freundschaft+ und ich kann sagen, es ist tatsächlich nicht so einfach zu verstehen für Außenstehende. Na oder vielleicht doch, wenn man mal drüber nachdenkt?

Ich hatte 2014 diese Dates mit Frank (ja, man weiß jeder Name ist möglich, nur Frank wird er nicht heißen). Wir hatten uns im Internet gefunden, beide auf der Suche nach was `Ernstem´, wie es so schön heißt, und nicht interessiert an ner schnellen Nummer. Wir trafen uns erstmal in der City auf n schnellen Kaffee, ganz unverfänglich. Dann gab es einen gemeinsamen Kinobesuch mit anschließendem Wein, sehr unterhaltsam und nett. Es kam wie so oft: wir mochten uns, aber spürten auch ganz klar, dass es für ne Beziehung nicht reichen würde. Frank lebt ausserhalb von Hamburg im Kleinstadttrott. Ist Hamburgflüchtling. Wir haben sehr unterschiedliche Vorstellungen vom Leben. Wenn ich sage Meer, sagt er Berge, sag ich grün, sieht er ganz sicher rot, er kann jeden Schlager und Gassenhauer mitträllern, ich würde eher ne Geige streichen lassen als ne Gasse zu schlagen. Das sind natürlich keine Gründe sich nicht zu verlieben, aber was wirklich zwischen uns steht war und ist die Politik. Da verstehen wir beide keinen Spaß und sind unvereinbar.

Ich glaub nach dem 3. Date ( bisschen geknutscht wurde natürlich probeweise schon mal) waren wir ehrlich genug uns gegenseitig zu sagen, dass es eben nicht passt. Ich hab noch Monate später Frank damit aufgezogen WIE entsetzt er war, als ich vorschlug, dass man doch die Zeit, bis einer von uns jemanden gut passenden trifft, miteinander verschönern könne. Lust hab ich schon auf dich, aber behalten will ich dich nicht.

Was ist denn der Unterschied zu den anderen Begegnugen mit Männern, die ich als Exdates beschrieb? Frank ist eben ein Freund geworden. Wir unternahmen gerne mal was miteinander. Fuhren an die See oder ins Grüne. Gingen aus, Kino, Konzerte, was man so macht und hatten eben auch die Nacht zusammen. Sein wir doch mal ehrlich Sex wird doch besser, wenn man den anderen kennt. Wenn man weiß was er mag, wieso er nach dem Wochenende mit den Kindern nicht abschalten kann, was in der Firma wieder nervig war und was man machen kann, um davon abzulenken. Und man erspart sich die peinlichen Frühstückszeremonien, nach der ersten Nacht, in der man schon gemerkt hat, dass es auch die letzte war.

Und was unterscheidet Freundschaft+ von ner Beziehung? Die Zukunftsaussicht fehlt. Wir haben uns nie auf Parties mitgenommen, keine Familienfeiern, keine Verpflichtung nichts bindendes. Wir trafen uns auch mit andren, das tat ja keinem weh. So die Theorie.

Es kam natürlich n bisschen anders, denn so ist das meist in meinem Leben. Okay in jedem Leben wohl. Das ist ja das Leben. Wir hatten andere Dates und das war auch so vereinbart. Nur hatte ich dann wieder eine Beziehung und hab Frank gesagt, dass wir keinen Sex mehr haben, aber befreundet bleiben können. Er freute sich brav für mich und wir blieben in lockerem Kontakt. Nach nem halben Jahr war ich wieder Single und gebe ehrlich zu, in Franks Arme zu fallen war n schönes, sicheres Netz.  Ich glaub da kam die Wende. Jedes mal, wenn wir uns trafen kam er wieder damit, dass es ja schon n bisschen blöd war zu wissen, dass ich mit jemandem zusammen sei. Und ich könne ja jederzeit wieder jemanden treffen, aber NEIN, er wolle auf keinen Fall ne Beziehung mit ner Frau, die so gar nicht zu ihm passt…

Silvester 2016 war wieder große Party bei Frank. Er liebt es das Haus voll zu haben mit der ganzen Familie und die ist groß. Ich dagegen landete um 21h allein zuhause in der Badewanne. Frank trank ein wenig mehr als üblich und rief im Brausebrand an: süße 2017 feierst du mit uns, ich möcht nicht, dass du allein bist, du gehörst doch zu mir wie die anderen hier auch- Ich stell dich der ganzen Familie vor, möchte dich bei meinem Geburtstag da haben und bei allen anderen Feiern, er wird Opa und da kann man doch nicht nur wegen dem Sex… Lass uns endlich mal zusammen verreisen ( hatten wir schon ab und an erwogen, aber immer für dämlich befunden). Alkoholisiert sagt man ja manches, aber das blieb dann doch zwischen uns komisch.

Natürlich war ich nicht auf seinen Feiern, wir waren getrennt voneinander in Urlauben, haben andere Menschen getroffen und wissen, dass es nicht wieder so sein wird, wie es war. Ich glaub immer noch an das Modell Freundschaft+, finde es immer noch völlig legitim, wenn 2 sich mögen, aber nicht mehr. Es tut doch gut sich in vertrauten Armen zu wissen. Nur sollte man wohl regelmäßiger reflektieren und miteinander sprechen. Sonst übersieht man leicht, wenn die Blicke in verschiedene Richtungen gehen.

Wie auch immer, ich finde wir sollten alle viel mehr Schönes miteinander genießen. Egal wie, wo und mit wem.

 

E wie Exdates

Und ich meine nicht Exmänner, nein ich meine Exdates. In D wie Dates hab ich so dahin gerotzt, dass der Vorteil von onlinedates sei, dass man wenn es eben nicht passt durch nette Worte dann eben die Sache wieder beenden kann und läuft nicht Gefahr demjenigen im Rl immer wieder zu begegnen. Und ich hab die Anonymität des Worldwideweb gelobt. Ja, das hab ich behauptet und auch gemeint. Aber ich bin Frau genug und mir nicht zu schade ein fettes ABER anzufügen. Im Grunde stimmt es natürlich und ich hab auch einige Männer getroffen und danach nie wieder von Ihnen gehört. Einige schon, aber genau die moderne Technik widerum ist doch schuld daran, dass es nur einige wenige sind.

Einerseits stimmt es schon, dass dank der Internetportale und der vielen Dating Apps natürlich der Eindruck entsteht es sei alles unverfänglich, unkompliziert und austauschbar. Andererseits hat man ja eine gewisse Zeit , wie auch immer, miteinander verbracht, man hat sich ausgetauscht und auch zumindest für eine kurze Zeit die Möglichkeit in Betracht gezogen, dass man mehr miteinander teilen würde als die Rechnung. Es ist ja quasi unvermeidbar, dass Handynummern ausgetauscht werden. Und da beginnt doch das ABER von oben.

Ich hab auch schon gedatet, als es noch keine Handys oder gar sms und Messengerapps gab. Ich muss ja nicht schon wieder erwähnen wie unfassbar alt ich bin. Tatsächlich hab ich noch Briefe an Radiosender oder Anzeigenblätter geschickt und dann auf Anrufe auf dem Festnetz von den Männern gewartet. Wenn man sich damals getroffen und nicht für kompatibel befunden hat, dann wäre man ja nicht auf den Gedanken gekommen an Weihnachten, Ostern oder jedem Freitag mal eben anzurufen, um einen kurzen Gruß zu hinterlassen.

Wie ist es denn nun heute? In der Regel, das hab ich auch schon erwähnt, verbringt man nette Zeiten mit gut erzogenen, freundlichen Menschen. Taucht ein in ein Stück ihres Lebens. Es ist erstaunlich wie offen die Gespräche mit eigentlich fremden Menschen sind. Leider sind eben viele der Jungs dann doch gebunden, ich weiß das hab ich auch schon geschrieben und ich weiß auch, dass das auch für die Mädels gilt. Ja, auch Frauen suchen im Netz, obwohl sie doch angeblich vergeben sind nach dem was sie Zuhause nicht (mehr) finden. Mit Frauen treff ich mich aber nicht, also kann ich es ja nur von den Jungs sagen.   Dann stellt man fest, dass Fremdgehen auch keine Lösung ist oder, wenn er Single ist, dass wir beide lieber Single als miteinander bleiben. Da aber ja der oder die Abende so nett und inspirierend waren und man ja die Handynr hat, schreibt man immer mal ein paar nette Worte. Schickt die oben erwähnten Grüße zu den gegebenen Anlässen und versichert sich, dass man sich ja mal irgendwann, bei gutem Wetter, auf einen Plausch an der Elbe sehen könnte.

Einerseits dient das wohl dem Warmhalten eventueller Optionen ( denn viellecht passt es ja doch mal irgendwann) und anderseits ist es eben auch diese schöne Flucht aus dem Alltag. Und das finde ich tatsächlich traurig. Man würde ja nicht glauben wieviele liebe Worte und  Nachrichten Männer, die in Ehen und Beziehungen leben verfassen und schreiben können. Es ist im Grunde wie bei Adam aus A wie Adam, ich wundere mich manchmal, warum sie diese Energie nicht in ihre Beziehung stecken. Und nochmal: Das gilt auch für Frauen. Ich habe selber Freundinnen, die seit Jahren neben ihren Ehemännern auf der Couch sitzen und ihren Freunden Liebesnachrichten oder ihren Kollegen Flirtnachrichten schicken.

Das ist doch traurig, das sollten wir nicht tun. Ich hab durchaus schon öfter gefragt: wann hast du deiner Frau das letzte Mal geschrieben, dass du grad an sie denkst? Wann hast du ihr das letzte mal so ein (aus meiner Sicht unfassbar unnötiges) Kitschvideo mit Rosen und Klaviermusik geschickt? Die Vorstellung, dass Partner nebeneinander vor der Glotze sitzen und beide heimlich Küsse versenden ist weder ungewöhnlich noch erstrebenswert. Wenn ich in einer Beziehung bin möchte ich das ganz sicher nicht erleben. Ich empfinde diese emotionalen Seitensprünge als mindestens genaus so verletztend wie die fleischlichen. Ja, ich meine was ich sage MINDESTENS genau so. Ich könnte leben mit einer betrogenen Nacht, aber monatelanges Geflirte, Chatten und Liebesgesäusel, das würde ich nicht verzeihen.

Ohho, die Autorin hebt den moralischen Zeigefinger und ist doch selber auf der anderen Seite der Flirtline? Stimmt, aber die Autorin ist Single, die darf das!

Alles in allem finde ich nach wie vor sollten wir alle glücklich und öfter mal wild sein, egal wo , wie und mit wem.

 

D wie Date

Inspiriert durch den Blogeinträge  über Tinder und Co bzw eben schlicht über Dates  http://web-02.server-berlin.com/date-vs-treffen/  vom von mir geschätzen Jan Thomsen und seinem Angebot ich könne ja einen anonymen Gastbeitrag drüber schreiben, dachte ich ne Weile drüber nach, warum ich mich scheue offen drüber zu schreiben. Dass ich mich mit Männer treffe ist ja nun wirklich kein Geheimnis.  Ich habe verschiedene Online Dating Portale genutzt, hab mich mit zufällig im Bus getroffenen für Abends verabredet, war mit Kollegen was trinken, na was man halt so tut, wenn man Single ist.

Natürlich ist es super, wenn man einmal heiratet und dann eben an der Partnerschaft arbeitet, wenn Probleme auftreten, um dann zusammen die goldene Hochzeit zu feiern. Natürlich hab ich das auch mal so geplant und auch versucht. Obschon ich in den letzten Jahren auf sehr vielen Silberhochzeiten war und in meinem großen Freundeskreis tatsächlich DIE EINZIGE bin, die geschieden ist, zitiere ich hier sehr gerne den großartgen Chansonier Rainer Bielfeldt: wer länger durchhält ist nicht immer der Gewinner. Und wenn man denn eben wieder allein ist, orientiert man sich eben neu und entdeckt hie und da Möglichkeiten.

Ich mag eben Männer, das kann ich nicht bestreiten. Warum also nicht angenehme Stunden mit Ihnen verbringen, statt zuhause Socken sortieren und hoffen, dass einer an der Tür klingelt? Es ist ja nicht so als würde man den Männern auf der Straße ansehen, ob sie Single, dann auch noch heterosexuell und evtl sogar interessiert sind. Da bietet es sich doch an im Internet zu stöbern und dort Kontakte zu knüpfen. Dort klärt man zumindest das gröbste ab und trifft sich dann eben. Ich bin keine Freundin vom ewigen hin und her mailen. Das ist tatsächlich ein unangenehmer Nebeneffekt der vermeintlichen  freien Auswahl: einige Menschen meinen sie müssten schon im Vorfeld wirklich ALLES klären. Da wird dann nicht nur direkt nach den sexuellen Vorlieben, den Tabus und dem Jahreseinkommen gefragt und wenn man nicht die richtige Absatzhöhe oder die falsche Rocklänge trägt, dann kann man auch gleich weiter klicken. Ich wurde diverse Male gebeten beim 1. Date doch bitte in Rock und Stiefel zu erscheinen. Das nächste große Ding scheinbar, Rock und Stiefel. Da musste ich dann leider immer ablehnen, ich bin ja keine Katalogware, mich muss man schon so wollen wie ich bin.

Natürlich gibt es merkwürdige Leute, die im Netz skurrile Dinge erleben wollen und ja, es gibt auch Fremdgänger, Gewalttäter, Sexualstraftäter , ich will das nicht schönreden. Aber das ist das Leben. Leider können diese Menschen sich in der Regel sehr gut verstellen und sind absolut in der Lage auch im Realen Leben Vertrauen ihrer späteren Opfer zu erschleichen. Ich mache mir da nie Sorgen um mich, die große Masse der Männer ist natürlich liebenswert, freundlich, gut erzogen und eben unterhaltsam. Wenn ich mich mit Unbekannten  treffe, schreibe ich immer die Adresse oder deren Telefonnr an meine Freundin, ich möchte ja, wenn ich tot überm Gartenzaun hänge wissen, dass man weiß wo und durch wen.

Als wirklichen Vorteil der Internetdates zu Dates mit Menschen aus dem Reallife empfinde ich, und da sehe ich Jan schon wissend mit den Augen Rollen, eben das aus den Augen aus dem Sinn Prinzip. Tatsächlich kann es doch auch sein, dass man jemanden im Job, im Lieblingsclub beim Tanzen, im Supermarkt oder bei der Silvesterparty bei Freunden kennenlernt. Man ist gegenseitig interessiert, man flirtet eine Weile miteinander, beschließt dann irgendwann den nächsten Schritt und man trifft sich zum Kaffee, zum Essen , zum Kino.

Ich bin der Meinung die Erwartungshaltung ist dann  höher, als bei einem Blinddate, denn es ist ja bereits Interesse gegenseitig geweckt . Nun stellt man aber fest, dass es zwar total nett ist zu schnacken, zu flirten , gemeinsam zu tanzen, es funkt aber nicht. Oder man hat komplett verschiedene Vorstellungen von dem was dann kommen sollte. Du triffst dich mit dem immer so lustigen Kollegen und stellst dann am zweiten gemeinsamen Abend fest, dass er der Meinung ist Sex vor der Ehe sei Sünde oder er eben gern ausgepeitscht werden möchte. Oder du hast Signale missgedeutet und der Kuss kommt für den Kollegen komplett überraschend, denn er wollte doch nur n paar Bier zischen mit der lustigen Kollegin. Das kann dann schon in der Firma später  leicht unangenehm werden. Oder beim nächsten Tanz im Lieblingsclub ( ja, ich bin ein gebranntes Kind).  Onlinedates kann man dann eben freundlich sagen: sorry, das wird wohl eher nix mit uns, ich danke dir für den schönen Abend und  wünsche dir das allerbeste. Die Wahrscheinlichkeit sich wieder zu treffen ist gering. Zumindest wenn man nicht in Kleinkleckersdorf lebt.

Was passiert bei Onlinedates? Man trifft einen fremden Menschen, unterhält sich, hat evtl sehr viel Spaß miteinander oder merkt schon nach kurzer Zeit, dass das gegenüber eben doch ganz anders ist, als man vielleicht dachte. Hab ich dann Zeit verschwendet? Wäre vielleicht die Alternative Socken zu sortieren besser gewesen? Ich finde nicht.

Das Leben ist nun mal bunt und nicht jeder kann zu jedem passen. Und auch meine  eigenen Erwartungen an das gegenüber sind ja unterschiedlich. Zum Teil liegt das an der Tagesstimmung oder am Hormonhaushalt. Aber ich finde es gerade spannend zu erleben wie unterschiedlich die Menschen sind. Ich hab mich schon mit den verschiedensten Männern getroffen. Männer, die ich im normalen Leben eben eher nicht träfe.

Hartz4 Bezieher, Türsteher, Arbeitsvermittler, Triebwagenführer 😉 , Künstler, Physiker( doch ehrlich , die haben auch Sex) , Kellner, Banker, Chirurgen….. Ewige Junggesellen, frisch geschiedene, deutlich noch verheiratete, sie sind alle da draußen , aber an den meisten würde man doch im Alltag vorbei laufen.  Und es ist nicht so als hätte man ( okay ich kann ja nur von mir reden) immer Sex und das war es dann. Ich kann wirklich sagen, in meinem Fall war keine Begegnung wie die andere. Ich hatte monatelange und jahrelange Beziehungen, ich hatte one night stands, ich hatte furchtbar langweilige Abende oder Nachmittage mit Männern, die mich sicher auch furchtbar langweilig fanden, ich hab wirklich gute Freunde gefunden, die ich nicht missen möchte.

Es stecken eben Menschen hinter den Accounts, nicht mehr und nicht weniger. Jeder bringt seine Vergangenheit mit und hat seine eigene Geschichte. Schön ist es, wenn es eine gemeinsame wird. Kann aber ja nicht bei jeder Begegnung klappen.

Alles in allem sollten wir doch alle viel mehr miteinander kommunizieren egal wo, wie und mit wem!

C wie Claude

Claude ist einer dieser Dauerpatienten. Claude heißt natürlich nicht Claude, aber ich denke das Prinzip ist bekannt und bewährt. Ich traf Claude am 25.12.09 Ich war seit 3 Monaten getrennt von meinem Mann, wir wohnten und feierten noch zusammen und waren guter Dinge. Nun war also die erste merkwürdige Weihnachtsfamilienfeier beendet und ich saß am PC. Datingseite, ich sag es unumwunden und gern. Abends 22h30 ploppte auf: Bonsoir, ich biete guten Sex, suche Nähe…

Bisschen provokant und auch sehr hoch gepokert, aber ich hatte Zeit und weihnachtlich schlechte Laune. Also bin ich nach kurzem Chat zu ihm gefahren und wir haben uns beschnuppert, probiert und für gut befunden. Wie sollte es anders sein, es gab viele Punkte, die gegen uns sprachen. Ich, 41 frisch getrennt mit 2 Kindern und nicht an was festem interessiert. Er, 34 nach Deutschland gekommen der Liebe wegen ( ja ich gestehe das Cliche französicher Akzent macht auch mir weiche Knie), nun enttäuscht und einsam. Wr suchten verschiedene Dinge. Ich das Abenteuer, er die Mutter seiner ungezeugten Kinder ( isch schwöhre, das hat er gesagt) – Obwohl wir gleich feststellten, dass wir nicht miteinander kompatibel sind, blieb ich über Nacht, denn Claude schlief nicht gut allein. Er war schlicht einsam, träumte von der perfekten Partnerschaft, kleine Familie, Urlaub bei den Großeltern auf dem französichen Land, Lavendelfelder, Sie kennen das.

Er erzählte die halbe Nacht von der Vorstellung mit einer Frau an seiner Seite und dem Leben in Hamburg , das er dann führen wollte. Wir trennten uns freundlich zugetan und hörten erst Anfang Februar wieder voneinander. Silvester hat er Susi kennen und lieben gelernt. Er schwebte im siebten Himmel und ich freute mich mit ihm. Im Mai 2010 zog Claude bei Susi ein und im Juli bat er mich ihn zu besuchen. Sie war in England, ohne ihn, denn sie liebt alles britische und hasst ( so will es wohl der Anstand und die Dramaturgie) alles französische, ausser Claude eben. Mais, je regrette, merkte ich an, das kann doch auf Dauer nicht gut sein, wenn ihr so verschieden seid. Doch , doch das wäre alles wunderbar, der Mensch sei gemacht für Kompromisse….

2 Jahr später war sie mal wieder in England und er mal wieder besuchbar. 15kg schwerer und deutlich weniger enthusiastisch. Susi ist so schrecklich eifersüchtig und erlaubt ihm halt nicht mehr zum Sport zu gehen, denn im Center seien ja auch Frauen. Essen tun sie gern zusammen , aber Sex findet Susi anstrengend und ausserdem sei sie auch nicht viel zuhause, denn sie musiziert viel und macht Tanzkurse. Nein, nicht allein, mit ihrem Exfreund. Ich merkte an, dass ich den Eindruck habe, er sei nicht wirklich glücklich und fragte wieso er denn bei ihr bliebe. Cherie, ich möchte endlich eine Familie gründen und wenn Susi Mutter ist, dann hat sie sicher auch mehr Zeit und Lust auf Sex… Ja, an dieser Stelle darf gelacht werden :)))

Ich wollte Claude nie bei mir haben, rate ihm aber regelmäßig die Beziehung zu beenden. Er wird wirklich immer runder und immer unglücklicher, aber er sagt immer das gleiche: ach es ist zu spät, ich bin zu alt. Ich bleibe bei Susi und werde im nächsten Leben vielleicht alles anders machen.

42, Claude ist 42 und Susi Mitte 30 für aussenstehende wirkt es so als würden sie sich wirklich verachten.  Gespräche zwischen uns eröffne ich immer mit: habt ihr es endlich beendet? Und ich verabschiede mich mit: geh endlich, tu euch das nicht mehr an. Er wird nicht gehen, ich werd es nicht verstehen.

Warum tun wir uns das an? In diesem Fall gibt es nicht mal sozialen Druck. Keine Familie, keine finanziellen Verpflichtungen, kein offensichtlicher Grund. Und bitte jetzt nicht das alte Lied von Liebe singen, ich weiß ich erkenn die nicht sofort, aber Hass,  Verachtung und Resignation, die erkenn ich schon auch.

Ich schließe, leicht traurig und bitte einmal mehr: genießen wir das Leben! Egal wo, wie und mit wem!

 

 

 

B wie Beat

Heute ist Samstag. Seit einigen Monaten ist es schon der Tag des großen Zierens. Ich ziere mich mal wieder. Es gibt seit ca 1 Jahr eine Whatsappgruppe mit dem schönen Namen LetsDance@Name-der-Firma-in-der-ich-arbeite. Gegründet von einer tanzwütigen, großartigen Frau, die ohne Tanz nicht existieren kann. Ihr Freund ist Musiker, aber macht Musik für den Kopf, weniger für den Körper. Also geht er samstags Liederabende gestalten und sie geht tanzen. Dafür lud sie 7 Frauen aus der Firma in die Gruppe. Alle zwischen 45 und 55 Jahren alt uns außer mir alle liiert. Beim ersten Abend waren wir tatsächlich zu 5.

Es ging nach vielen Jahren wieder in eine Disco. Nur heißen sie ja nicht mehr Disco es sind natürlich Clubs, alles andere ist old fashion und nicht mehr existend. Spötestens am Donnerstag regte sich in mir Widerwillen. Ich kann da nicht hin. Ich will das nicht. Was soll ich da? Warum gehen wir dahin? Was zieh ich an? Warum überhaupt muss ich in dieser Gruppe sein?  Was sollen die Leute denken?

Es zeigte sich, dass es allen egal war, was ich anhatte. Es dachte natürlich niemand was über mich und wenn, dann eben leise und nur für sich. Wir hatten riesen Spaß und waren willens es wieder zu tun. Aber gleich die Woche drauf? Warum? Seitdem schreibt die liebe Kollegin fast jede Woche: Hey, wir sollten es wieder tun, am Samstag ist ü40 / Funky Night / 80er Party / ü50, wer kommt mit. Ich bin einfach zu schlecht im Ausreden finden und so sind es eben fast immer wir 2, die tanzen gehen. Zweimal waen wir immerhin zu dritt. Aber wir hoffen auf Zuwachs.

Immer, wenn ich in diesem Club bin und mal ein wenig die Gedanken fließen und den Blick wandern lasse, bin ich erstaunt wie frei und glücklich die Menschen wirken. Es ist ein nicht allzu großer Laden und die meisten Menschen sind tatsächlich wohl zwischen 35 und 65 Jahre alt. Mir gefällt es total fast körperlich zu spüren, wie sie am Samstag den ganzen Streß der Woche einfach abschütteln. Eine Horde Menschen, die zumindest für einen Abend vergessen, dass die Kinder noch immer keine Ausbildung gefunden haben, das Studium einfach schleifen lassen oder schon seit 3 Wochen nicht mehr angerufen haben. An der Clubtür scheinen sie den Chef abgegeben zu haben, der dringend am Montag den Bericht haben will, die Kollegen, die über ihre Vorschläge zur Optimierung nur die jungen Nasen kräuseln. Vergessen ist der Streit mit der Ex über die Unterhaltszahlung und Scheiß auf die letzten 5 kg, die sie unbedingt noch abnehmen wollten. Alle tanzen sie ihre Woche weg und wirken einfach nur frei und jung, auf ihre individuelle oder spezielle Art. Jeder für sich und alle gemeinsam.

Es sind häufig die gleichen Gesichter, die dort auftauchen und mitlerweile ist es fast wie ein Klassentreffen. Viele Paare und Freundeskreise, die alle einfach Spaß und Entspannung dort finden. Man grüßt sich, freut sich, dass man sich mal wieder sieht und wünscht sich einen schönen Abend. Der Kleidungsstil ist unspektakulär, man läßt jeden sein wie er sein mag. Niemand muss beeidruckt werden durch knappe Röcke und hohe Schuhe. Erstaunlich viele ( ich natürlich eh auch) tanzen in Sneakern. Unaufgeregt beschreibt meinen Lieblingsclub wohl am besten.

Neben den Gedanken über den Alltag der Mittanzenden, kommt mir auch immer wieder in den Sinn, dass man am Tanzen vielleicht auch erahnen kann wie das Gegenüber im Bett ist. Mal ehrlich, ist das total blöd? Ich kann mir nicht helfen, aber mancher Tanzstil ist doch wie ein Versprechen. Männer, die den Rhythmus finden und sich entsprechend zu bewegen wissen, können doch nicht in anderen Situationen einfallslos und unflexibel sein. ODER? Und es gibt so viele verschiedene Tanzstile, dass man zum Teil das Gefühl hat, wir hörten unterschiedliche Musik. Ich brauch doch einen Mann, der die Musik komplett anders interpretiert und erlebt als ich, gar nicht erst zu küssen, da kommt doch nie etwas bei rum. Bin ich die einzige, die solche Gedanken am Dancefloor hat? Und sagt man eigentlich noch Dancefloor?

Also warum ziere ich mich denn schon wieder? Ganz einfach heute ist ü50 Party. Ich habe mich bisher schlicht geweigert da hin zu gehen. Schließlich trennt mich noch ein ganzes halbes Jahr von der 50 und HALLO , was sollen denn die Leute denken? Man stelle sich mal vor es kommt einer auf den Gedanken, dass ich schon so alt bin. Das wäre ja nun wirklich mega peinlich. Ja, ist ja schon gut, ich geh ja. Wahrscheinlich. Also vielleicht. Wenn ich nicht kurz vorher noch absage. 50! Ich bitte Sie!

So oder so sollten wir alle viel mehr tanzen egal wo , wie und mit wem!